Beschreibung
Um den Verbrauch fossiler Energien zu senken, ist die Elektromobilität ein wesentlicher Bestandteil bei der Schaffung eines nachhaltigen Verkehrssystems. Der Verkehrssektor ist nicht nur für 30 % der gesamten CO₂-Emissionen der EU verantwortlich (wovon 72 % auf den Straßenverkehr entfallen), sondern auch das Tempo der Emissionsminderungen hat sich verlangsamt. Andere Sektoren wie Energie, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei und Wohnungswesen haben ihre CO₂-Emissionen seit 1990 deutlich gesenkt, während die CO₂-Emissionen des Verkehrssektors heute aufgrund der stetig wachsenden Bedeutung der Mobilität in unserem Leben höher sind als 1990 (Europäisches Parlament, 2019).
Eine Lösung zur Reduzierung der verkehrsbedingten CO₂-Emissionen ist die Elektromobilität. Aufgrund ihrer längeren Lebensdauer und geringeren Betriebskosten können Elektrofahrzeuge finanziell vorteilhaft sein. Flottenlösungen ermöglichen eine schnelle und erfolgreiche Verbreitung von Elektrofahrzeugen auf dem Markt. Zudem sind Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge zwingend erforderlich (Proff, Fojcik 2016, S. 128).
Das Hauptziel besteht darin, die Elektromobilität aus Umweltgründen zu verbreiten. Durch den Aufbau von Elektrofahrzeugflotten lässt sich der Gesamtfahrzeugbestand reduzieren. Zudem bietet der Einsatz von Elektroflotten Unternehmen und Städten die Möglichkeit, ein innovatives Image zu schaffen und neue Technologien zu erproben. Die begrenzte Reichweite elektrisch angetriebener Fahrzeuge stellt für firmeneigene und städtische Fahrzeuge oft weniger ein Problem dar, da vorwiegend kürzere Strecken zurückgelegt werden. Flottenanwendungen bieten hervorragende Möglichkeiten für eine schnelle und erfolgreiche Marktdurchdringung von Elektrofahrzeugen, zumal beispielsweise rund 60 % der jährlichen Neuzulassungen in Deutschland auf Unternehmen und Selbstständige entfallen. Nach ihrer ersten gewerblichen Nutzung gelangen die Fahrzeuge in der Regel nach einigen Jahren auf den Gebrauchtwagenmarkt. Elektroflotten für Unternehmen sind somit ein Katalysator für die breitere Marktdurchdringung von Elektrofahrzeugen.
Betriebsmodelle
Welche Geschäfts- und Betriebsmodelle gibt es für diese Lösung? Wie sind sie strukturiert und finanziert?
Es gibt drei verschiedene Betriebsmodelle für Elektrofahrzeugflotten. Diese lassen sich in eigenverwaltete Flotten, ausgelagerte Flotten und eine Mischform aus beiden unterteilen. Die Hauptgründe für die Auslagerung sind die Reduzierung des Verwaltungsaufwands, der Zugang zu Fachwissen und Erfahrung sowie die Erhöhung der Kostentransparenz und -sicherheit durch Festpreisangebote. Die Vorteile einer internen Verwaltung sind die Unabhängigkeit vom Dienstleister, der Erhalt des unternehmensinternen Know-hows sowie die Beibehaltung individueller Prozesse. Bei einer gemischten Form des Betriebsmodells werden nur bestimmte Dienstleistungen ausgelagert, wie beispielsweise die Führerscheinkontrolle. Darüber hinaus oder alternativ können externe Dienstleistungen integriert werden, wie beispielsweise Mietfahrzeuge oder Carsharing-Angebote. Bei einer zentralisierten Verwaltung an einer Stelle im gesamten Unternehmen oder Konzern liegt der Schwerpunkt stärker auf der Optimierung als bei einer dezentralen Verwaltung durch die jeweiligen Organisationseinheiten. Daher werden Ansätze wie die gemeinsame Nutzung von Fahrzeugen bei einer zentralen Verwaltung eher in Betracht gezogen.

Bei der Elektrifizierung einer Flottesind verschiedene Varianten möglich, wie zum Beispiel:
- Fahrzeug- und Batteriekauf
- Kauf von Fahrzeugen und Leasing von Batterien
- Leasing von Fahrzeugen und Batterien
Carsharing: Carsharing als Modell für Unternehmen. Die Fahrzeuge können sowohl während der Arbeitszeit, z. B. zur Anfahrt zu einem Termin, als auch für private Zwecke genutzt werden. Bei Nutzung während der Arbeitszeit werden die Fahrzeuge über das Firmenkonto abgerechnet, bei Nutzung außerhalb der Arbeitszeit privat. Im Unternehmenskontext senkt dieses Modell die anfallenden Kosten, da Taxikosten und Fahrten mit Firmenwagen entfallen. Der Vorteil einer gemeinsam genutzten Flotte besteht darin, dass die Fahrzeuge wesentlich häufiger genutzt werden. Dies erhöht die Laufleistung und führt dazu, dass weniger Fahrzeuge angeschafft werden müssen.
Anschaffung der Ladeinfrastruktur
Leasing von Ladeinfrastruktur
Kostenstruktur
Erforderliche Ressourcen
1. Personal für Planung und Umsetzung:
- Experten für Marketing und Kommunikation
- Finanz- und Rechtsexperten
2. Personal für den Betrieb:
- Wartung und Reparatur
- Flottenmanagement
3. Hardware:
- Fahrzeuge, Ladestationen
- Werkzeuge zur Reparatur der Fahrzeuge (ggf. Subunternehmer)
- Ersatzteile
- Ersatzfahrzeuge
4. Software:
- Backend und Frontend für das Buchungssystem
- Backend und Frontend für das Flottenmanagementsystem
- Energiemanagementsystem
5. Fläche:
- Fläche für Fahrzeuge und Ladestationen
Die Ressourcen unterscheiden sich hinsichtlich der fixen und variablen Kosten. Eine durchschnittliche Aufteilung der Kosten für einen Firmenwagen in Europa sieht, wie die folgende Abbildung zeigt, wie folgt aus:

Marktpotenzial
Wie groß ist der potenzielle Markt für diese Lösung? Gibt es EU-Ziele, die die Umsetzung unterstützen? Wie hat sich der Markt im Laufe der Zeit und in letzter Zeit entwickelt?
Marktvolumen
Etwa 60 % der jährlichen Neuzulassungen in Deutschland entfallen auf Unternehmen und Selbstständige. Nach einigen Jahren der gewerblichen Nutzung gelangen die Fahrzeuge auf den Gebrauchtwagenmarkt. Daher bietet die Elektromobilität in Fuhrparks die Chance, umweltfreundliche Fahrzeuge schnell und erfolgreich auf dem Gesamtmarkt zu verbreiten.
Die Entwicklung von Elektrofahrzeugen hat in den vergangenen Jahren weltweit ein stetiges Wachstum verzeichnet – siehe Abbildung unten (Andreas Ahlswede, 2019). Der Anteil von Elektrofahrzeugen am Gesamtfahrzeugbestand ist jedoch nach wie vor gering. Die nachstehende Abbildung zeigt, dass der Marktanteil von Elektrofahrzeugen in Europa im Jahr 2018 unter 2 % lag und damit an zweiter Stelle hinter China stand. Diese Statistik umfasst sowohl batteriegetriebene Elektrofahrzeuge (BEV) als auch Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeuge (PHEV). Der Anteil der BEVs liegt sogar unter 1 % (Internationale Energieagentur, 2019). Die Länder mit den höchsten Verkaufszahlen bei neuen Elektroautos sind Norwegen, Deutschland und das Vereinigte Königreich.

Die weltweite Zahl der Elektroautos belief sich im Februar 2019 auf 5,6 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von 64 % (Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg, 2019).
Marktentwicklung
Die jährlich mit geteilter Mobilität (Taxi, Carsharing usw.) zurückgelegten Kilometer machen weniger als 5 % der gesamten Fahrleistung von Personenkraftwagen aus. Laut Bloomberg NEF wird erwartet, dass dieser Anteil bis 2040 auf 19 % der gesamten Fahrleistung ansteigen wird. Wie bereits erwähnt, bieten Mobilitätsflotten die Möglichkeit, Elektrofahrzeuge rasch auf dem Markt zu etablieren. Während derzeit nur 1,8 % der Flotten im Bereich der geteilten Mobilität aus Elektrofahrzeugen bestehen, wird erwartet, dass bis 2040 80 % der in diesen Flotten eingesetzten Fahrzeuge elektrisch betrieben sein werden. Darüber hinaus wird erwartet, dass bis 2040 57 % der verkauften Personenkraftwagen Elektrofahrzeuge sein werden und 30 % des weltweiten Fahrzeugbestands aus Elektrofahrzeugen bestehen werden. Der prognostizierte Anstieg der Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen basiert auf der Annahme, dass die Batteriepreise sinken und die Emissionsvorschriften sowohl auf nationaler als auch auf städtischer Ebene strenger werden. Zudem zeigen Untersuchungen von Bloomberg NEF, dass der Anteil von Elektrofahrzeugen im Segment „leichte Nutzfahrzeuge“ voraussichtlich am stärksten steigen wird, nach den Segmenten „Pkw“, „mittlere Nutzfahrzeuge“ und „schwere Nutzfahrzeuge“ (McKerracher, Izadi-Najafabadi et al., 2019). Dennoch dürfte laut Schätzungen von Frost & Sullivan das Carsharing für Unternehmen enorm zunehmen. Nach Angaben dieser Marktforscher nutzten im Jahr 2013 nur etwa 200 Unternehmen in Europa Carsharing für Unternehmen, doch diese Zahl soll bis 2020 auf über 4.000 steigen. Schließlich könnte dies Mitarbeitern, die keinen eigenen Dienstwagen besitzen, den Zugang zu Fahrzeugen ermöglichen.
Stadtkontext
Für welche unterstützenden Faktoren und Merkmale einer Stadt ist diese Lösung geeignet? Welche Faktoren würden die Umsetzung erleichtern?
1. Zurückzulegende Strecken
Aufgrund der begrenzten Reichweite von Elektroautos ist eine reine E-Fahrzeugflotte für Unternehmen, in denen täglich lange Strecken zurückgelegt werden müssen, nicht besonders vorteilhaft. Im Durchschnitt sind 95 % aller täglichen Fahrten maximal 40 km lang. Die Reichweite der derzeit auf dem Markt erhältlichen Elektroautos beträgt im Winter bis zu 250 km und im Sommer bis zu 350 km, was bedeutet, dass sie in den meisten Fällen durchaus ausreicht.
2. Einsatzbereiche und Fahrgeschwindigkeit
Die tatsächliche Reichweite hängt vom Fahrprofil (Geschwindigkeit, Steigung, …) ab, mit dem das Elektroauto gefahren wird, sowie davon, welche zusätzlichen Energieverbraucher (z. B. Heizung) eingeschaltet sind. Um die tatsächliche Reichweite zu ermitteln, müssen daher etwa ein Viertel bis ein Drittel der oben genannten Werte abgezogen werden. Neben Geschwindigkeit und Steigung spielen auch der Wirkungsgrad des Elektroautos und der Luftwiderstandswert (cw-Wert) eine Rolle für die Reichweite; da das Elektroauto beim Bremsen Energie zurückgewinnt (Rekuperationseffekt), eignen sich Elektroautos zudem besonders gut für den Stadtverkehr.
Für Unternehmen, die überwiegend in Städten oder im Überlandverkehr tätig sind, ist die Umstellung auf Elektrofahrzeuge daher für ihren Fuhrpark vorteilhafter als für Unternehmen, deren Routen zunehmend über Autobahnen führen.
3. Planbarkeit der Fahrten
Im Zusammenhang mit der Reichweite ist zudem zu beachten, dass der ausschließliche Einsatz von Elektroautos als Firmenwagen weniger vorteilhaft ist, wenn die Routen nicht leicht planbar sind. Werden jedoch täglich dieselben Strecken zurückgelegt oder liegen diese stets innerhalb einer planbaren Reichweite, lässt sich im Voraus abschätzen, für welche Einsatzzwecke Elektroautos im Unternehmen am besten geeignet sind.
Doch selbst wenn die Entfernungen länger sind, die Planungsmöglichkeiten begrenzt sind oder der Anteil an Autobahnfahrten gelegentlich größer ist, muss auf umweltfreundliche Mobilität nicht vollständig verzichtet werden. In solchen Fällen lässt sich die Elektrofahrzeugflotte problemlos durch ein oder mehrere Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor als Poolfahrzeuge ergänzen, auf die jederzeit zugegriffen werden kann. INSTADRIVE bietet Telematiklösungen für Unternehmensflotten an, um die Nutzung dieser Fahrzeuge durch mehrere Mitarbeiter so effizient wie möglich zu gestalten. Mithilfe eines digitalen Schlüssels können die Fahrzeuge dann von jeder autorisierten Person entriegelt und genutzt werden. Informationen wie der aktuelle Standort oder der Ladezustand der Elektrofahrzeuge können jederzeit über eine App abgerufen werden. Eine Buchungsplattform ermöglicht zudem den reibungslosen Ablauf des betrieblichen Carsharing.
4. Lademöglichkeiten
Die Verfügbarkeit von Ladestationen bzw. die Möglichkeit, diese zu installieren, ist ebenfalls ein entscheidender Faktor bei der Entscheidung für eine betriebliche E-Auto-Flotte. Ein Elektroauto kann an jeder Haushaltssteckdose (Schuko) aufgeladen werden. Aus Sicherheitsgründen ist jedoch bei kontinuierlicher Nutzung eine speziell abgesicherte Fahrzeugsteckdose (Typ 2) vorzuziehen. Im Idealfall können Elektroautos auf einem privaten Parkplatz oder in der eigenen Garage aufgeladen werden, was den Vorteil hat, dass man dann kaum auf externe Ladeinfrastruktur angewiesen ist. Falls der Strom aus einer Photovoltaikanlage bezogen werden kann, profitiert man sogar von einem zusätzlichen Kostenvorteil. Falls zu Hause keine Ladestation vorhanden ist, empfiehlt es sich, sich über externe Lademöglichkeiten zu informieren. Manche Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, ihre Elektroautos während der Arbeitszeit aufzuladen. Andernfalls müsste eine öffentliche Ladestation genutzt werden. Die Möglichkeiten sollten im Voraus geprüft werden.
5. Finanzielle Vorteile
Bei der Überlegung, die Firmenflotte mit Elektrofahrzeugen auszustatten, spielt in der Regel auch der Kostenfaktor eine Rolle. Auch hier müssen genaue Berechnungen angestellt werden, um realistische Einsparpotenziale zu ermitteln. Zwar sind Elektroautos in der Anschaffung teurer als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, doch ihre Betriebskosten liegen deutlich unter denen von Benzin- und Dieselautos. Nicht nur das Aufladen mit Strom (ca. 2,50 € pro 100 km) ist deutlich günstiger als das herkömmliche Tanken, sondern ein Elektroauto verursacht auch wesentlich geringere Kosten für Wartung und Reparaturen. Hinzu kommen steuerliche Vorteile für Elektroautos sowie der Wegfall der Sachbezüge (bis zu 960 € brutto), was für die Mitarbeiter einen enormen Mehrwert darstellt und somit einer sofortigen Gehaltserhöhung gleichkommt.
Regierungsinitiativen
Welche Anstrengungen und Maßnahmen unternehmen die lokalen/nationalen öffentlichen Verwaltungen, um diese Lösung zu fördern und zu unterstützen?
Mehrere staatliche Initiativen fördern die Elektrifizierung von Fuhrparks, darunter:
- Vorübergehende Befreiung von der Kfz-Steuer
- Ausgleich der steuerlichen Benachteiligung gegenüber der Besteuerung von Dienstwagen
- Vorteile bei der Lohnsteuer
- Umweltprämie
- Fördermittel des BMVI
- KfW-Förderprogramm (240/241)
- Chinesische Elektrofahrzeug-Quote
- Fast E