Die Entwicklung von Big-Data-Technologien und die Digitalisierung von öffentlichen Verkehrssystemen sind auf dem Vormarsch, um innovative Mobilitätslösungen zu verbessern. Bestimmte Gruppen bleiben jedoch aus verschiedenen Gründen zurück, u. a. wegen mangelnder Kenntnisse, Fähigkeiten, Ressourcen und Interesse am Zugang zu diesen Technologien. Darüber hinaus werden bei der Entwicklung nicht-digitaler öffentlicher Verkehrslösungen die Einbeziehung der Nutzer und die Mitgestaltung oft vergessen. UMCASE will die Aufmerksamkeit von politischen Entscheidungsträgern und Mobilitätsexperten auf diejenigen lenken, die oft keine Stimme haben, und den Städten eine Methode an die Hand geben, um ihre Verkehrslösungen zu verbessern und sie auf individuelle Bedürfnisse zuzuschneiden.

UMCASE (Citizens' inclusive and accessible urban mobility solutions) ist ein einjähriges Projekt, das vom EIT Urban Mobility unterstützt wird, einer Initiative des Europäischen Innovations- und Technologieinstituts (EIT), einer Einrichtung der Europäischen Union. Im Rahmen des Projekts wird eine innovative Methode entwickelt, um die wichtigsten städtischen Akteure in die Schaffung der für sie geeigneten Mobilität einzubinden. Oft werden Mobilitätslösungen einer Stadt aus anderen Kontexten kopiert, ohne die spezifischen Merkmale und Bedürfnisse ihrer Bewohner zu berücksichtigen. Dies wird bei digitalen Mobilitätslösungen noch deutlicher.

Diese Methode basiert auf einem Design-Thinking-Ansatz, der es Bürgern, Bürgervertretungen, relevanten städtischen Akteuren, Verkehrsanbietern und Unternehmen ermöglicht, während einer intensiven Ideenkooperation zusammenzuarbeiten. Die einzigartige Kombination aus Beobachtung, Interaktion und Bewertung der gemeinsam erarbeiteten Lösungen ermöglicht es UMCASE, über die bloße Formulierung von Ideen hinauszugehen und den Wert für die Menschen zu maximieren, während gleichzeitig ein Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Tragfähigkeit und Machbarkeit im Großen und Ganzen (technisch, organisatorisch und institutionell) hergestellt wird.

Um diese Methode zu entwickeln und zu testen, wird unser Projekt seine Aktivitäten in zwei Pilotstädten entfalten: Vitoria (Spanien) und Eindhoven (Niederlande). Die Stadt Vitoria wird sich auf ältere Menschen konzentrieren, um die digitale Lücke, die diese Altersgruppe möglicherweise hat, zu schließen. Ergänzend dazu wird sich die Stadt Eindhoven auf eine andere Gruppe konzentrieren, die möglicherweise Schwierigkeiten beim Zugang zu digitalen Diensten hat - Menschen mit geringem Einkommen.

Am Ende des Projekts werden die UMCASE-Methode und die Anleitung zur Durchführung den Städten, Bürgern, Dienstleistern und anderen Akteuren zur Verfügung gestellt, um die Entwicklung von inklusiveren Mobilitätsdienstleistungen zu unterstützen.